Die Nebel von Avalon

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Titel: Die Nebel von Avalon

Author/en: Marion Zimmer Bradley

Veröffentlicht: 1983

Zustand: Gut

Spezielle Anmerkung zur Ausgabe: -

Inhalt: Selbst mitten im Sommer war Tintagel ein gespenstischer Ort. Igraine, die Gemahlin des Herzogs Gorlois, blickte hinaus auf das Meer. Sie sah in den Dunst und den Nebel und überlegte, wie es ihr gelingen würde, die Tagundnachtgleiche zu bestimmen, damit sie das Neujahrsfest feiern konnte. In diesem Jahr waren die Frühjahrsstürme ungewöhnlich heftig gewesen; das Donnern des Meeres hatte Tag und Nacht im Schloß widergehallt, bis keiner der Bewohner mehr ein Auge zutun konnte und sogar die Hunde klagend heulten. Tintagel... es gab immer noch Leute, die glaubten, die Burg auf den Klippen am Ende der weit ins Meer hinausragenden Landspitze sei durch die Magie des Alten Volks von Ys entstanden. Herzog Gorlois lachte darüber und sagte, wenn ihm solche Zauberkräfte zur Verfügung stünden, hätte er sie benutzt, um das Meer daran zu hindern, sich Jahr für Jahr weiter in die Küste hineinzufressen. In den vier Jahren seit ihrer Ankunft als Braut des Herzogs hatte Igraine mitangesehen, wie das Land, gutes Land, im Cornischen Meer verschwand. Lange schwarze Felsenarme ragten scharf und zerklüftet vom Festland in die See. Wenn die Sonne schien, konnte alles klar sein und leuchten. Dann funkelten Himmel und Wasser wie die Juwelen, mit denen Gorlois sie an dem Tag überschüttet hatte, an dem sie ihm sagte, sie sei schwanger und erwarte sein erstes Kind. Aber Igraine trug den Schmuck nicht gerne. Den Edelstein um ihren Hals hatte man ihr in Avalon gegeben- es war ein Mondstein, der manchmal das blaue Strahlen von Himmel und Meer zurückwarf. Aber heute wirkte sogar dieser Stein stumpf und matt. Der Nebel trug Geräusche über weite Entfernungen. Es schien Igraine, während sie auf der Landzunge stand und zum Festland blickte, als könne sie den Hufschlag von Pferden und Maultieren und das Geräusch von Stimmen hören - Menschenstimmen im einsamen Tintagel? Hier lebte niemand außer Ziegen und Schafen, den Hirten und ihren Hunden, und den Edelfrauen der Burg mit ein paar Dienstmägden und ein paar alten Männern, die sie beschützen sollten. Igraine drehte sich langsam um und ging zur Burg zurück. Wie immer, wenn sie im Schatten des düsteren, uralten Gemäuers stand, kam sie sich sehr klein vor. Die Hirten glaubten, die Burg sei vom Alten Volk erbaut worden, den Bewohnern der versunkenen Länder Lyonness und Ys. Die Fischer erzählten, an klaren Tagen könne man weit draußen ihre Burgen tief im Wasser sehen.

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